Die Geschichte des ehemaligen Bauerndorfes Ragaz ist eng mit jener der Benediktiner Abtei Pfäfers verbunden. Diese besass in der Gemeinde den grössten Grundbesitz und die meisten Rechte. Das fürstäbtliche Palais "Hof Ragaz" war die Statthalterei der Abtei.
Ragaz hatte während Jahrhunderten eine gewisse Bedeutung an einer wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse zwischen Deutschland und Italien. Nach der Aufhebung der Abtei im Jahr 1838 übernahm der Kanton St. Gallen den klösterlichen Besitz sowie die Taminaschlucht.
Durch den Bau der Strasse ins Bad Pfäfers (1838/39) und die Herausleitung des 36.5° warmen Thermalwassers in den "Hof Ragaz" wurde Ragaz zum Badekurort. Zum Weltkurort hingegen wurde es erst durch Bernhard Simon (1816-1900) aus Niederurnen gemacht, der 1868 vom Kanton, die Domäne Ragaz, das heisst das Herrschaftsgebiet der Fürstabtei Pfäfers, gekauft hatte. Bald entstanden zahlreiche Hotels und Pensionen, und eine ganze Reihe der verschiedenen Gewerbebetriebe etablierten sich im aufstrebenden Kurort.